UniversityJournal 10/11 2008

ScienceStage.com – Ein Stück Berlin in Harvard

Podcasts und soziales Networking sind in aller Munde – im zunehmenden Maße auch für Wissenschaft und Hochschullehre. Einige Universitäten und Forschungseinrichtungen folgen bereits dem Trend, Vorlesungen als Video-Stream und wissenschaftliche Dokumente auf ihren Homepages bereitzustellen.

ScienceStage.com, das neueste Wissenschaftsportal, kreiert von deutschen Köpfen, geht einen Schritt weiter. Mit seinem internationalen Anspruch, mit Web 2.0-Funktionalitäten und frischem Design setzt es auf interuniversitäre Präsentation, Diskussion und Vernetzung.

Die Gründer Sebastian Burmester, Marko Bubke-Chau und Dr. Heiko Krüger von der Einheit.Berlin GmbH sind selbst Akademiker und wissen wovon sie reden: „Uns hat es gestört, dass hervorragende Konferenzen und Vorlesungen oftmals untergehen. Es werden keine Video-Mitschnitte gemacht oder auf keiner akademischen Seite angeboten, die universitätsübergreifend arbeitet. Progressive Veranstaltungen sollten einem breiteren Publikum und längerfristig zur Verfügung stehen.“ Dies ist bei ScienceStage.com der Fall, denn es bietet Wissenschaftlern die Chance, stärker international und national wahrgenommen zu werden. Forscher und Studenten sollen daneben mit wenigen Klicks Veranstaltungen von ausgezeichneten Referenten aus aller Welt besuchen können – nach dem Motto: „Ein Stück Harvard in Berlin“ oder besser „Ein Stück Berlin in Harvard“, wie Burmester betont.
Schwerpunkt soll die Video-Sektion mit Mitschnitten von Konferenzen, Vorlesungen und Experimenten bilden. Daneben bietet Science- Stage.com klassische Audio- und Text-Datenbanken. Universitäten und Lektoren können ihre eigenen Kanäle („Stages“) einrichten, Wissenschaftler können in geschlossenen Bereichen virtuelle Forschungsgruppen („Groups“) gründen, über Beiträge diskutieren und sich untereinander vernetzen. Dr. Krüger dazu: „ScienceStage.com ist virtueller Konferenz- und Vorlesungssaal, Labor, Bibliothek, Besprechungs- und Seminarraum zugleich.“ Er unterstreicht, dass der Erfolg des Portals von seinen Nutzern abhängt, da es user-basiert ist – die meisten Inhalte werden von Nutzern eingestellt. Die ScienceStage.com-Redaktion sorgt dabei durch eine allgemeine Kontrolle und die Promotion hervorragender Beiträge und „Stages“ für hohe Qualität. Zudem werden Kooperationen mit Institutionen und Verlagen eingegangen, die ihrerseits für Qualitätsinhalte bürgen.

ScienceStage.com arbeitet grundsätzlich nach dem Open-Access-Prinzip. Die Reichweite der Open-Access-Nutzung von Beiträgen können User durch die Angabe von Creative-Commons-Lizenzen bestimmen. Voraussetzung ist, dass die Nutzer über die Urheberrechte verfügen. In den „Groups“ können Nutzer ihr Publikum sogar in Gänze selbst definieren.

Das ScienceStage.com-Team lädt Universitäten, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftler und Studenten dazu ein, eigene „Stages“ einzurichten, sich mittels Videos, Audio- und Textdateien zu präsentieren und sich über Ideen mit Kollegen auszutauschen. „Wir wollen aber mit den Podcasts und Textdatenbanken einzelner Universitätsseiten nicht in Wettstreit treten.“, hebt Bubke-Chau hervor. „Uns geht es um eine breitere, internationale Streuung von Qualitätsinhalten und einen stärkeren Austausch unter Institutionen und Wissenschaftlern. Dies kann parallel zu den Universitätsseiten geschehen. Zudem wollen wir auch Einrichtungen und Personen eine Plattform bieten, die keine gesonderten Podcasts und Datenbanken auf ihren Homepages einführen möchten.“ mehr

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